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Ein Passwort-Manager wird dein Leben verändern

Hast du überall das gleiche “sichere” Passwort? Musst du deine Steuernummer immer suchen? Steht deine PIN auf einem Zettel? Tippst du deine IBAN von der Karte ab? Dieser Artikel ist für dich!

Illustration: Frau mit Schlüssel

Wie ein Passwort-Manager dein ganzen Leben leichter macht

Apple ID, Facebook, Netflix, Twitter, WLAN, Dropbox, Visa-PIN, VPN-Zugang, Amazon, Online-Banking, mehrere E-Mail-Postfächer… Wir alle haben unzählige Konten für Shops, Dienste und Geräte. Und für alles braucht man ein Passwort das noch dazu möglichst lang, sicher und für jedes Konto individuell sein soll.

Am Ende beschränkt man sich also auf ein Passwort, das man dann für alle Konten nutzt. Dazu kommen noch Zettel auf denen man PINs, Kundenummern und andere kryptische Zugangsdaten notiert, die man aber gerade wenn man sie braucht natürlich nicht mehr findet.

Ein Passwort-Manager ist eine App, die dir genau diese Last abnimmt.

Nie wieder Zugangsdaten vergessen 🧠

Du kannst dir deinen Passwort-Manager wie einen Tresor vorstellen, in dem du alle geheimen Informationen wie Passwörter oder PINs sicher verwahren kannst.
Damit diese Daten geheim bleiben, werden die Inhalte des Passwort-Managers mit deinem Master-Passwort verschlüsselt. So können deine Passwörter sogar sicher über das Internet zwischen all deinen Geräten synchronisiert werden.

Natürlich muss dein Master-Passwort das beste Passwort sein, dass du je hattest — schliesslich schützt es alle deine anderen Zugänge.
Aber dafür musst du dir dann für dein ganzes digitales Leben nur noch drei Passwörter merken: Die PIN für dein Handy, das Passwort für deinen Computer und das Master-Passwort für deinen Passwort-Manager. Das war’s.

Sicherheit 🛡

Wenn du alle deiner Passwörter im Passwort-Manager speicherst, musst du sie dir nicht mehr merken. Und das heisst du kannst dir für jeden Account ein anderes, zufälliges und langes Passwort erzeugen lassen. Dann ist es nicht nur schwerer deine Passwörter zu knacken. Da du überall ein anderes zufälliges Passwort hast, wirkt sich ein Hack von einem Dienst auch nicht auf deine anderen Konten aus.

Das heisst, nur weil ein Hacker die Passwort-Datenbank dieses dubiosen Geschenkartikel-Shop stiehlt, wo du vor Jahren das Bier-Pong-Set gekauft hast, bleiben die Passwörter von deinen anderen Konten trotzdem sicher.

Mehr als nur Passwörter 📑

Alle besseren Passwort-Manager können neben Online-Zugangsdaten noch vieles mehr sicher abspeichern.

Wenn du deine IBANs und Kreditkarten-Daten deinem Passwort-Manager anvertraust, kannst du die beim Online-Shoppen automatisch ausfüllen lassen.

Wenn du deine Steuer- und Sozialversicherungsnummer im Passwort-Manager speicherst, musst du die nicht alle paar Monate umständlich in irgendwelchen Ordnern rauskramen. Das gleiche gilt für Pass-Nummern oder Versicherungs- und Vertragsnummern.

Wenn du die PINs für Bankkarten, SIMs oder Zahlenschlösser im Passwort-Manager ablegst können auch diese dir nie wieder entfallen.

Weniger Tippen müssen ⌨️

Passwort-Manager speichern nicht nur deine Passwörter sondern bieten auch allerlei Komfort-Funktionen (gerade auch meine Empfehlung 1Password).

Die wichtigste von allen ist das automatische Ausfüllen der Login-Daten. Sowohl in deinem Browser als auch auf deinem Smartphone füllt der Passwort-Manager mit nur einem Klick deine Zugangsdaten oder Kreditkarten-Informationen in die Login- und Shop-Formulare ein.
1Passwort unterstützt sogar direkt das automatische Ausfüllen von 2-Faktor-Codes.


Du siehst also: Ein Passwort-Manager macht das Leben nicht nur beim Surfen einfacher sondern hilf in vielen Lebenslagen. Zumal du deine Daten auf deinem Handy immer dabei hast.
Schon bald wirst du dich fragen, wie du jemals ohne Passwort-Manager leben konntest.

Welcher Passwortmanager ist der beste?

Mittlerweile gibt es Passwort-Manager von vielen Anbietern. Dabei sind mir folgende Punkte wichtig:

  • Die Benutzung der App muss einfach sein und Freude machen
  • Der Hersteller muss ein nachhaltiges und transparentes Geschäftsmodell haben
  • Das Team hinter dem Passwort-Manager muss bekannt und vertrauenswürdig sein

Dadurch scheiden, meiner Ansicht nach, die Produkte der grossen Anti-Viren-Software-Hersteller aus, die regelmässig mit unsauberen Geschäftspraktiken und eklatanten Sicherheitslücken auffallen (selbst das knuffige RememBear gehört zum Anti-Viren-Riesen McAfee).
Beim hippen Newcomer NordPass weiss man nicht einmal wem das das Unternehmen gehört — nur dass es in Panama registriert ist und wohl keine Steuern abführt.

Ich finde, bei einem so kritischen Tool wie einem Passwort-Manager, dem man alle Geheimnisse anvertraut, ist es wichtig zu wissen wer dahinter steht.

Der Beste: 1Password

1Password ist mit Abstand das ausgereifteste Produkt mit den meisten Funktionen. Es ist ausserdem einer der meist-genutzten Passwort-Manager.

Die dahinter stehende kanadische Firma AgileBits hat sich das Vertrauen der Kunden über viele Jahre erarbeitet. 1Password gibt es bereits seit 2006 und bis heute ist AgileBits ein eigenständiges mittelständisches Unternehmen mit 1Password als einzigem Produkt.1
Sehr vertrauensbildend ist auch, dass sich auf der Website alle MitarbeiterInnen mit Namen, Funktion und Foto finden. Zudem wird die Sicherheit von 1Password regelmässig in unabhängigen Gutachten überprüft (sogenannte Security Audits).2

Screenshot von 1Password

1Password ist für jede Plattform verfügbar (macOS, Windows, Linux, ChromeOS, iOS, Android sowie Add-Ons für Safari, Firefox, Edge, Brave und Chrome). Die Benutzung ist vorbildlich einfach und fast immer selbst-erklärend. Hinzukommt ein mit Liebe-zum-Detail gestaltetes, ansprechendes Interface.

1Password unterstützt das Speichern von allen Arten von Daten (inklusive kleiner Dateien und Notizen). Zudem enthält es einen One-Time-Passwort-Generator (TOTP), sodass es als zweiter Faktor (2FA) für sehr viele Dienste genutzt werden kann.

Das Geschäftsmodell von AgileBits basiert auf dem Verkauf von 1Password (und nicht auf dem Verkauf von NutzerInnen-Daten). Daher ist 1Password auch nicht umsonst sondern kostet eine monatliche Abo-Gebühr.
Für Einzelpersonen kostet 1Password $2,99 pro Monat — für Familien bis fünf Personen $4,99 (+$1 für jede weitere Person). Angebote für kleine Teams ($3,99) und Firmen ($7,99) gibt es ebenfalls.

Ein Familien- oder Team-Konto ist ab zwei Personen nicht nur günstiger, sondern ermöglicht es auch Passwörter (und alle anderen Daten) sicher mit den anderen Familien- oder Team-Mitgliedern zu teilen.

Kostenlose Alternative: Bitwarden

Um es klar zu sagen: Bitwarden ist keine ernsthafte Konkurrenz zu 1Password. Es hat einen geringeren Funktionsumfang und die Oberfläche ist bei weitem nicht so chic. Bitwarden ist ausserdem noch ein sehr junges Projekt und wird nur von einem kleinen Team um den Gründern Kyle Spearrin entwickelt.3

Allerdings ist Bitwarden open source und mit allen wichtigen Funktionen vollkommen kostenlos. Dass der Quellcode von Bitwarden frei einsehbar ist, garantiert eine gewisse Sicherheit, trotz des kleinen Teams dahinter.

Wenn du dir also 1Password einfach nicht leisten kannst, dann ist Bitwarden eine gute Alternative.
Und wer einfach open source besser findet, kann die Entwicklung von Bitwarden mit dem Kauf des Premium-Abos ($10 pro Jahr) unterstützen.


  1. TechCrunch Artikel “Fourteen years after launching, 1Password takes a $200M Series A” ↩︎

  2. 1Password Security Audits ↩︎

  3. Interview mit Kyle Spearrin zur Entwicklung von Bitwarden ↩︎

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